"mauerbluemchen"

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das regierungskritische & identitäre blog aus chemnitz // hinter den bildern sind die geschichten


Theme by Day LP.
17th
November

0 Anmerkungen
Israel hat über 75 000 Reservisten im Rahmen der Operation »Säule der Verteidigung«  einberufen, der Gazastreifen steht unter massivem Beschuss. Die israelische Racheaktion hat bisher mindestens 40 Palästinensern das Leben gekostet, darunter sechs Kinder, über 200 wurden verletzt. Dem gegenüber stehen drei tote Israelis. Die Obama-Regierung hat Israel volle Rückendeckung zugesichert, ist nach offiziellem O-Ton aber an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert.
Kein Frieden mit Israel!
17th
November

2 Anmerkungen
8th
Oktober

1 Anmerkung
Ein palästinensischer Junge redet am Telefon mit seiner Familie, nachdem er bei einem israelischen Luftangriff verwundet wurde. Eine Rakete verletzte zwei palästinensische Soldaten und acht Unbeteiligte am 7. Oktober in Rafah, einer Stadt im südlichen Gazastreifen.
Credits: Ahmed Zakot [Reuters], 07. Oktober 2012
17th
September

1 Anmerkung
Ist ein Krieg vorbei, nur weil man von ihm nichts mehr hört? In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag starben acht afghanische Frauen in der Provinz Laghman durch Luftschläge der NATO. Dorfbewohner blicken auf die Körper drei toter Frauen.
Afghanistan, 16. September, Reuters
15th
September

1 Anmerkung
Heute vor 30 Jahren: 1700 Palästinenser wurden in den Flüchtlingscamps Sabra und Shatila ermordet. Direkt mitverantwortlich an dem Massaker war der damalige Verteidigungsminister Ariel Sharon. Er wurde später zum Ministerpräsidenten Israels gewählt.
Das Massaker von 1982 wurde von den christlichen »Libanesischen Streitkräften« begangen. Diese Streitkräfte waren direkte Verbündete Israels. Zu dieser Zeit tobte im Libanon der 15 jährige Bürgerkrieg, die israelische Armee kämpfte in Syrien und im Libanon, wo sie gegen Yassar Arafats Palestinian Liberation Organisation - kurz PLO - vorging. Die israelische Armee unter Sharons Kommando führte zu dieser Zeit die »Operation Frieden für Galilee« durch. Ziel dieser Operation war es, die »terroristischen Einflüsse« palästinensischer Gruppen im Libanon zurückzudrängen.
Zwei Tage vor dem Massaker hatten palästinensische Attentäter Bashir Gemayel, den Führer der libanesischen »Chtistlichen Phalanx«, bei einem Sprengstoffanschlag getötet. 
Darauf erklärte Ariel Sharon, dass über 2000 palästinensische Terroristen in den Flüchtlingslagern um Beirut Zuflucht gefunden hätten. Die Lager Sabra und Shatila waren von israelischen Panzern umstellt, israelische Soldaten kontrollierten mittels Checkpoints die Zufahrtswege. Am Nachmittag des 16. September rückten etwa 150 Kämpfer der Libanesischen Streitkräfte über die von Israelis kontrollierten Checkpoints in die Flüchtlingslager - das Massaker begann.
Überlebende erzählten später, dass die unregulären Streitkräfte von Unterschlupf zu Unterschlupf zogen, die Menschen dort oft mit Äxten statt mit Gewehrkugeln töteten, um andere nicht aufzuschrecken.
Weder Ariel Sharon noch Elie Hobeika, damaliger Kopf der Libanesischen Streitkräfte, wurden für das Massaker belangt. Hobeika stritt bis zu seinem Tod am 24. Januar 2002 jede Beteiligung ab. Weder hätte er von dem geplanten Massaker gewusst noch dieses jemals gebilligt. Er starb durch die Explosion einer Autobombe. Im Wahlkampf 2001 in Israel sprach Ariel Sharon von einer »fürchterlichen Tragödie«, stritt jedoch jede Verantwortung an dem Massaker ab.
Das Bild stammt vom 18. September 1982. Aufgenommen wurde es von Robin Moyer.
23rd
August

2 Anmerkungen
Ayad Ali Brissam Karim wurde 1991 in Bagdad geboren. Im Golfkrieg 2003 geriet die Farm seiner Eltern zwischen die Frontlinien und wurde von US-amerikanischen Kampfhubschraubern beschossen. Sein Onkel Mohammed verlor ein Bein, seine Großmutter wurde ebenfalls verletzt - sie half Ayad. Sein Gesicht verbrannte schwer, sein rechtes Auge wurde blind.
»Er verlies die Schule, weil die anderen ihn hänselten« sagt sein Vater Ali Brissam Karim, 42. »Er kann nicht sprechen, kann nicht lesen. Er kann uns nicht bei der Feldarbeit helfen.«
Schlimmer als die physischen Schäden sind aber die Psychologischen. »Mehrmals am Tag stellt der dieselben Fragen, wird grundlos aggressiv« berichtet seine Mutter. In der Zwischenzeit bekam er in den USA Hilfe, wurde operiert, ohne das sein Augenlicht wiederhergestellt werden konnte.
Das sind die Gesichter ihrer Kriege, die Gesichter der Länder, die sie unter Aschewolken verlassen; Gesichter der Völker, die sie in ihren ausgebrannten Städten und Dörfern zurücklassen; der Kinder, die in Ruinen und gezeichnet aufwachsen.
2nd
August

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Die Männer sitzen im kahlen Raum einer Schule. Dreckig, zerrissene Kleider, einige bluten. Sie wurden von den syrischen Rebellen gefangen genommen. In eine Handykamera müssen sie ihre Namen sagen. Ein zweites Video zeigt, wie sie von bewaffneten Männern unter Allah ist groß-Rufen hinausgezogen werden. Vor einer Wand müssen sie stehen bleiben, dann fallen Schüsse - die Männer wurden hingerichtet. Das, was da vor 17 Monaten im Februar 2011 begann, das hat sich verändert. Die Rebellion hat nahezu alles verloren, für das sie stehen soll. In den Straßen von Aleppo und Damaskus fliest das Blut, vergossen von der Freien Syrischen Armee.
Doch auch Assad und seine Regierung haben sich verändert. Die times spricht von dem syrischen Paradoxon: Noch nie wäre die Assad-Regierung stabiler gewesen, hätte sie mehr Rückhalt bei den Menschen in Syrien gehabt. Das mag stimmen, aber das Land ist zerrüttet im Bürgerkrieg und vielleicht auf Jahre hin darin gefangen. 
Die getöteten auf dem Video sollen zum Barri-Clan gehören. Diese sunnitische Großfamilie mit mehreren Tausend Angehörigen gilt als assadtreu und soll für den Tod von 15 Regierungsgegnern in der Vergangenheit verantwortlich sein. Blut mit Blut könnte man sagen, aber genau diese Art von Verbrechen waren es, die die Menschen gegen Assad auf die Straßen trieben. Über Twitter schrieb Nadim Houry, Menschenrechtsaktivist im mittleren Osten, was für ihn das Töten unbewaffneter Gefangener ist: ein Kriegsverbrechen - Hashtag #warcrime und #syria.
In Libyen toben derweil Stammeskriege und Vergeltungen, die Situation ist chaotisch. Am 20. Oktober 2011 gingen die Bilder des von Rebellen ermordeten Gaddafi um die Welt. Die sollte für die Libyer jetzt besser werden, kein Gaddafi, keine französischen und amerikanischen Bomber mehr. Dem war nicht so und nun schweigt die Welt, sie soll nicht erfahren, was sie mit Libyen angerichtet hat - und mit Syrien.
27th
Juli

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Auf den weißen Zeltplanen, die hier aufgespannt wurden, weht der türkische Halbmond in seinem stolzen Rot. Darunter kauern Menschen. Sie leben. Kinder strecken Zeige- und Mittelfinger in die Luft. Sie wünschen sich den Frieden. Doch dort, wo sie herkommen, von dem Ort, von dem sie fliehen mussten, steht »die Mutter aller Schlachten« bevor. In und um Aleppo haben sich nach Angaben der Rebellen über 5000 bewaffnete Kämpfer versammelt. Die Regierung zieht ebenfalls ihre Streitkräfte zusammen: Elitesoldaten, Panzer und Kampfhubschrauber. Die Stadt soll wie ausgestorben wirken. Ein Grund dafür sind die Menschen, die auf der Flucht sind. Die offiziellen Zahlen sprechen von 120 000 Menschen, in Wirklichkeit werden es aber wohl sehr viel mehr sein. Auch wenn die Türkei alle Grenzübergänge geschlossen hat, Flüchtlinge dürfen weiter passieren. Sie finden in einer dieser Zeltstädte des türkischen und internationalen Roten Kreuzes zuflucht.
Seit 18 Monaten tobt in Syrien der bewaffnete Kampf und es scheint, als würde er endlich sein Ende finden. Damaskus hielt stand und sollte Aleppo nicht fallen, ist der Bürgerkrieg aus Sicht der Freien Syrischen Armee verloren und Assad bleibt im Amt - vorerst. Im Süden baut sich Israel an der Grenze auf, hat Militär und Polizei an den Golanhöhen zusammengezogen. Das Land der Verfolgten verwährt anderen, die fliehen mussten, die Hilfe; Grenzübertritte von Menschen mit einem syrischen Pass sind nicht gestattet. Stattdessen bereitet man sich vor schnell einzugreifen. Die Angst vor syrischen C-Waffen in »falschen« Händen ist der Grund für die Truppenkonzentration in Israels Norden. Als ob Massenvernichtungswaffen in guten Händen sein könnten.

Diese Kulisse kennt eigentlich jeder: dunkelblauer und geraffter Vorhang, drappierte Fahnen in rot und weiß gestreift mit fünfzig weißen Sternen, ein dunkelbraunes Holzpult. Dahinter Victoria Nuland, Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums. Langsam aber betont spricht sie von der Lage in Syrien und davon, dass ihre Regierung ein Massaker befürchtet. »Und es scheint, dass sich das Regime dafür in Stellung bringt« sagt sie. Panzerkolonnen bewegen sich auf Aleppo zu, genauso, wie sich Panzer der US-Armee einst auf Kabul und Bagdad zuschoben. Damals wurde befreit, Zweifeln unangebracht. Heute wird massakriert und auch hier gilt: Besser nicht hinterfragen, nicht zweifeln und dazwischen rufen. Russland und China, die Brüder des Bösen. So soll es aussehen. Und wenn Damaskus und Teheran gefallen sind, dann stehen nur noch Moskau und Peking.
Was wir erleben, ist der Versuch, einer totalitären Machtstruktur. Europa steht kurz vor seiner Zentralisierung. Die Parlamente sind bereit Rechte abzutreten, ohne die sie laut ihrer eigenen Verfassung nicht mehr die Vertretung eines souveränen und unabhänigen Staates sind. Das europäische Parlament soll mächtiger werden, ein europäischer Präsident eingesetzt werden. Das wirkliche Vermächtnis der Finanzkrise, die eigentlich eine Schuldenkrise ist, sind die öffentlichen Schulden. Banken gehen Pleite, andere werden unantastbar. Die Regierungen haben Milliarden Schulden bei ihnen und sind auf weitere Kredite angewiesen. Das Geld entwickelt ein eigenes Bewusstsein, eigene Interessen und immer wieder erliegen Menschen dieser faszinierend wirkenden Macht. Dollar und Euro schwächeln, das chinesische Geldsystem zirkuliert größtenteils außerhalb der westlichen Finanzströme und Russland bleibt auch in zehn Jahren noch ein geopolitischer Gegenpol. Selbst wenn Putin nicht mehr ist, so steht doch eines fest: Alle relevanten russischen Parteien und Oppositionen haben wenigstens eine anti-amerikanische Ausrichtung in ihren außenpolitischen Formulierungen.
An der Grenze zu Syrien werden noch weitere Zeltstädte entstehen, Kinder ihre Finger zum V formen. Die Rebellen der Freien Syrischen Armee, so scheint es, können den Bürgerkrieg aus eigener Kraft nicht gewinnen. Die Gründe für ein direktes Eingreifen von Außen werden den Menschen vor den Fernsehgeräten und Tageszeitungen gerade nahegelegt. Befreit wurden wir in Deutschland ja schließlich auch schonmal und daran zu zweifeln, das ist wirklich unangebracht.
23rd
Juli

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Damaskus hält stand.
Die »Freie Syrische Armee« befindet sich im Rückzug. Nach tagelangen Kämpfen in Damaskus begann am Freitag Abend der Kampf in Aleppo, der bevölkerungsreichsten Stadt Syriens und Hochburg Assads. Nach eigenen Angaben sind syrische Rebellen von außen her in die Stadt gekommen und haben im inneren die Kämpfe begonnen. Viele Geschäfte sind geschlossen, die meisten Menschen bleiben zuhause, doch sollen die Schüsse weniger geworden sein. Im damaskischen Stadtteil al-Midan sitzen Regierungssoldaten am Straßenrand, halten in Plastikstühlen ein Nickerchen. Ihre Waffen liegen ein ganzes Stück von ihnen entfern. Sie fühlen sich sicher.
In der Nähe von Idlib haben Männer eine Grube ausgehoben. Erhellt wird die Szenerie von einigen Baustrahlern, ein Mann kniet neben dem Loch, der Rest stet schweigend daneben. Mahmud Derwish war 17, als er als Teil der Rebellenarmee in einem Gefecht fiel. Hier an der nordwestlichen Grenze zur Türkei konnten Rebellen einige Dörfer unter ihre Kontrolle bringen. Eine Grenzstation wird nun von ihnen kontrolliert. Aus Aleppo hören sie unterschiedliche Nachrichten: Salaheddin wurde erobert, drei weitere Stadtteile würden teilweise kontrolliert, in anderen Bezirken sitzen Elitesoldaten der vierten Division - Regierungstruppen. Auch wenn die Kämpfe noch lange dauern werden, das Land im Bürgerkrieg zerfallen wird, der landesweite Aufstand scheint trotz ausländischer Bemühungen gescheitert.
Nun formiert sich im Süden des Landes eine neue Kraft: Israel. In Jerusalem fürchtet man, dass syrische Massenvernichtungswaffen in den Bürgerkriegswirren Islamisten in die Hände fallen könnten. Eitan Ben Eliahu, ehemaliger Chef der israelischen Luftwaffe, fürchtet, dass Hamas oder Hisbollah die hochmodernen chemischen Waffen bekommen könnten und lässt Soldaten der IDF an der Grenze zu beiden Ländern zusammenziehen - »für alle Fälle«.

Das Bild zeigt israelische Soldaten in der Selbstdarstellung der Israel Defense Forces.