Taschen für dreihundert Euro, Frauenschuhe noch einhundert Euro mehr, teure Ketten, echtes Gold, zweihundertzwanzig Euro; dazwischen Menschen, die sich wertlos fühlen, betteln müssen. Touristen schieben sich durch die helle Gasse, haben nur Augen für die Schaufenster. Er, der er dort an der Straßenecke sitzt und seine Mütze aufhält, ist einer von Millionen, man muss in die Hocke gehen, um seine Augen zu sehen. Wirft man fünzig Cent in seine Mütze, freut sich das Gesicht dieses Menschen mehr, als das aller anderen, die hier um ihn herumwuseln. Durch die Menge schiebt sich ein junges Pärchen, beide bunt verkleidet und mit Luftballons behangen. Sie verkaufen sie, so schlagen sie sich durch, finanzieren vielleicht ihr Studium. Sie schwatzen mit dem Mann an der Ecke, lachen, werfen ihm ein wenig Geld in die Mütze. »Die haben doch selber nichts« denke ich mir, aber das stimmt nicht. Vielleicht haben sie kaum Geld, ja das mag stimmen, aber Herz haben sie. Notiz nimmt davon niemand wirklich. Ich stehe da mit meiner Kamera, gehe hin und schmeiße ihm etwas in die Mütze.

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Notes:

  1. jn-geithain hat diesen Eintrag von identitaet gerebloggt
  2. von identitaet gepostet